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Reisetagebuch der Band „la-boum” - Sommer 2010, verfasst am 26.7.2010     

(verfasst von Mr. Boule)
Alle reden vom Sommer - wir nicht, wir feiern den Sommer!
Zur Zeit sind wir mitten in der la-boum Sommertour und die Hitze macht uns gar nichts aus! Zumindest fast nichts, von durchgeschwitzten T-Shirts und Hüten an Waschbrett und Akkordeon mal abgesehen... Ja, wir waren und sind viel unterwegs zur Zeit.

Angefangen hat alles vor 4 Wochen mit einem Konzert in Renice in Tschechien. Wieder ein altes Open-Air Kino, diesmal mitten im Wald. Die Plattform für den Filmprojektor und die gesamte Beleuchtung waren wie Baumhäuser in die Kronen der umliegenden Bäume geschnallt. Gute Bands aus Tschechien und der Slowakei spielten da mit uns. Hauptsächlich Ska. Die Leute vor der Bühne hatten beim Konzert freudeverzerrte Gesichter vor Erregung. Einige flippten völlig aus. Nach dem Konzert bedankten sie sich und umarmten uns (da gibt es auch ein lustiges Video...). Doch der Höhepunkt unseres Auftritts kam für uns völlig überraschend: ein böhmischer Asterix kam mit Waschbrett auf die Bühne und spielte mit Oaki im Duett! Das haute uns fast um, so ging das ab. Der Typ, der sonst auf der Karlsbrücke in Prag gesehen wird, gab uns nach dem Konzert eine Autogrammkarte, wo er mit seinen Jungs zu sehen ist, eine Art tschechischer Allstar-Truppe. Wir verstanden uns auch ohne Worte, denn ein Waschbrett sagt mehr als tausend Worte, auch wenn es tschechisch spricht.


Für den Teil der Musiker, der nicht bei unseren gastfreundlichen Nachbarn übernachten konnte, kam dann auf der Heimfahrt der Schock: Kurz nach dem überschreiten der offenen Grenze schob sich ein Kombi mit verdunkelten Scheiben vor das Auto der Musiker. Nach einiger Zeit waren die in roten Leuchtbuchstaben blinkenden Wörter POLIZEI! BITTE FOLGEN in der Rückscheibe des Wagens zu lesen. Man folgte den Schleierfahndern der bayerischen Zivilpolizei zu einem nahegelegenen Feldweg, wo man kontrolliert wurde. Schlagzeuger Basti wurde des illegalen Grenzübertritts beschuldigt, weil er sich nicht ausweisen konnte.
Gegen Bezahlung einer Strafe konnten die verstörten Party-Rocker samt Mischer dann aber ihren Heimweg fortsetzten...


Als nächstes spielten wir beim Adidas Wordcup Day. Da waren so viele außergewöhnliche Tiere da, dass wir uns wie im Zoo vorkamen. Alles was sonst so in Südafrika durch die Steppe wandert war eingeflogen worden (Außer Strauße und Erdmännchen). Elefanten, Nashorn, Schlangen und Geparden u.s.w. ließen sich aber von unserer Musik zum Glück nicht irritieren und wir waren in unseren Fussballtrikots Weltmeistermäßig gut drauf, auch wenn wir das Bobbycar Rennen verloren haben...
Abends ging es gleich weiter in den Hirsch nach Nürnberg, wo das Sommerfest unseres Heimatclubs Stereo stieg. Wir spielten im Garten auf der Bühne und dann legte Haui drinnen unsere Lieblingsplatten auf. Es war eine wunderschöne laue Sommernacht und wir tanzten und feierten bis die Sonne aufging. Am nächsten Morgen schliefen wir uns aber nicht aus sondern fuhren gleich zum Hauptmarkt. Der Z-Bau war in Schwierigkeiten und sollte geschlossen werden. Das war mit uns nicht zu machen, hatten wir doch schon legendäre Konzerte im Z-Bau, man denke nur an unseren monatlichen Roten Pop Salon und die 10 Jahres Feier 2004. Wir spielten beim Benefizkonzert nachmittags auf dem Hauptmarkt, so wie viele andere Nürnberger Bands, und der Z-Bau wurde gerettet!

Und dann kam die Hitze und die Band fuhr kreuz und quer durch Süddeutschland und spielte auf zwei Straßenmusikfestivals an einem Tag, in Memmigen und in Altdorf. Ein kleines Bardentreffen.

Eine Eintages-Minitournee. Abends feierte man in der Altstadt von Altdorf mit den Fussballfans den 3.Platz der Deutschen Mannschaft. Die hohen Temperaturen konnten der Band nichts anhaben, denn von ihren Straßen-Tourneen in Südosteuropa war sie viel schlimmeres gewohnt, z.B. warmes Bier!
Am Münzinghof-Sommerfest musste die Bühne wegen unwetterartigen Regenfällen nach drinnen verlegt werden (Danke Wetterochs für den Tipp!). Bereits in der Nacht vor dem Konzert waren Bäume auf einen Teil des Anwesens gestürzt und hatten das Dach beschädigt. Man war lieber vorsichtig, zu Recht wie sich später rausstellen sollte. Der Stimmung tat das natürlich keinen Abbruch, wer die Feiern der Dorf Gemeinschaft Münzighof kennt, weiß was gemeint ist. Betreuer und Betreute waren im Freudentaumel nicht mehr zu unterscheiden. Menschen von 5 bis 75 Jahren waren glücklich vereint und hüpften vergnügt durch die Gegend.


Am Sommerfest der Musikschule gab es genial zertanzte Füße und ein breites Dauergrinsen auf der Seite der Besucherinnen. Einen Kapotaster konnte man nicht auftreiben, dafür gab es Thai-Hähnchen vom Spieß und selbst gebrannten Zwetschgenschnaps von Benj. Dazwischen sorgte Edelfan Tobi mit seinem markanten und unverwechselbaren Tanzstil für den nötigen Schwung in den ersten Reihen. Er wird in Zukunft hoffentlich öfter zu sehen sein. Und zum Schluss gab es noch ein Geburtstagsständchen für unseren Schlagzeuger Basti...

Auf dem Tollwood-Festival in München haben wir schon letztes Jahr gespielt. Im Andechser-Zirkuszelt sind die Besucher stets für ein Tänzchen zu haben. Auch an einem Montagabend kann man nämlich feiern bis die Schwarte kracht. Das habt ihr uns bewiesen. Ein wirklich tolles, wenn auch schweißtreibendes Konzert. Der Ventilator vorm Waschbrett lief auf Stufe 3. Trotzdem wurde jeder verfügbare Stofffetzen durchnässt. Ihr wolltet immer mehr. Wir wollten immer mehr. Wir durften aber nicht länger als 22 Uhr, dann musste Mischer Jens leider die Regler runter drehen. Wir kommen wieder und dann schaffen wir euch!

Leider regnete es beim Schwabacher Bürgerfest am Freitag so sehr, dass wir zunächst den Zellerhof gar nicht finden konnten. Es gab aber zum Glück ein Bierzelt und das platzte irgendwann fast aus allen Nähten, weil sich so viele Menschen rein drängten. Auch wenn der größte Teil der Schwabacher die Musik lieber im Sitzen bei ein paar Maß Bier genoss, wurde geschunkelt und gefeiert. Bald hatten alle den Regen vergessen, nur Armario weinte, weil er seinen Schlüssel verloren hatte...

Am nächsten Tag wurde erstmal der Schlüssel gesucht und gefunden. Dann ging es gleich weiter nach Herrenberg bei Stuttgart. Das Umsonst und Draußen 48er Festival hatte uns eingeladen. In 48 Stunden spielen da 48 Bands jeweils 48 Songs bestehend aus 48 Takten. Oder so ähnlich... Die Geschwindigkeit beträgt einheitlich 48 bpm, weswegen hauptsächlich Reggaebands in Frage kommen.
Auch wenn die Besucherzahlen tagsüber noch etwas mau ausfielen hatten wir jede Menge Spaß und brachten die letzten 15 übrig gebliebenen Dorfpunks zum Springen. Es gab sogar eine Matschpfütze vor der Bühne, man hatte wirklich auch an die kleinen Details gedacht, die ein gutes Festival ausmachen. Für die Optik wurden extra ein paar Alt-68er aus dem Stuttgarter Zoo eingeflogen. Am Horizont standen Headbanger, die wie Windmühlen ihre Haare im Kreis schwangen. Nach dem Auftritt tauschten wir die Seiten und erlebten den Rest des Abends das Festival als Besucher. Super Stimmung, gute Musik, Stroh so viel man wollte und alles umsonst: Ein Lob an die ehrenamtlichen Veranstalter!


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