| (verfasst
von Mr. Boule)
Alle reden vom Sommer - wir nicht, wir feiern den Sommer!
Zur Zeit sind wir mitten in der la-boum Sommertour und die Hitze
macht uns gar nichts aus! Zumindest fast nichts, von durchgeschwitzten
T-Shirts und Hüten an Waschbrett und Akkordeon mal abgesehen...
Ja, wir waren und sind viel unterwegs zur Zeit.
Angefangen hat alles vor 4 Wochen mit einem Konzert in Renice in
Tschechien. Wieder ein altes Open-Air Kino, diesmal mitten im Wald.
Die Plattform für den Filmprojektor und die gesamte Beleuchtung
waren wie Baumhäuser in die Kronen der umliegenden Bäume
geschnallt. Gute Bands aus Tschechien und der Slowakei spielten
da mit uns. Hauptsächlich Ska. Die Leute vor der Bühne
hatten beim Konzert freudeverzerrte Gesichter vor Erregung. Einige
flippten völlig aus. Nach dem Konzert bedankten sie sich und
umarmten uns (da
gibt es auch ein lustiges Video...). Doch der Höhepunkt
unseres Auftritts kam für uns völlig überraschend:
ein böhmischer Asterix kam mit Waschbrett auf die Bühne
und spielte mit Oaki im Duett! Das haute uns fast um, so ging das
ab. Der Typ, der sonst auf der Karlsbrücke in Prag gesehen
wird, gab uns nach dem Konzert eine Autogrammkarte, wo er mit seinen
Jungs zu sehen ist, eine Art tschechischer Allstar-Truppe. Wir verstanden
uns auch ohne Worte, denn ein Waschbrett sagt mehr als tausend Worte,
auch wenn es tschechisch spricht.
Für den Teil der Musiker, der nicht bei unseren gastfreundlichen
Nachbarn übernachten konnte, kam dann auf der Heimfahrt der
Schock: Kurz nach dem überschreiten der offenen Grenze schob
sich ein Kombi mit verdunkelten Scheiben vor das Auto der Musiker.
Nach einiger Zeit waren die in roten Leuchtbuchstaben blinkenden
Wörter POLIZEI! BITTE FOLGEN in der Rückscheibe des Wagens
zu lesen. Man folgte den Schleierfahndern der bayerischen Zivilpolizei
zu einem nahegelegenen Feldweg, wo man kontrolliert wurde. Schlagzeuger
Basti wurde des illegalen Grenzübertritts beschuldigt, weil
er sich nicht ausweisen konnte.
Gegen Bezahlung einer Strafe konnten die verstörten Party-Rocker
samt Mischer dann aber ihren Heimweg fortsetzten...
Als
nächstes spielten wir beim Adidas Wordcup Day. Da waren so
viele außergewöhnliche Tiere da, dass wir uns wie im
Zoo vorkamen. Alles was sonst so in Südafrika durch die Steppe
wandert war eingeflogen worden (Außer Strauße und Erdmännchen).
Elefanten, Nashorn, Schlangen und Geparden u.s.w. ließen sich
aber von unserer Musik zum Glück nicht irritieren und wir waren
in unseren Fussballtrikots Weltmeistermäßig gut drauf,
auch wenn wir das Bobbycar Rennen verloren haben...
Abends ging es gleich weiter in den Hirsch nach Nürnberg, wo
das Sommerfest unseres Heimatclubs Stereo stieg. Wir spielten im
Garten auf der Bühne und dann legte Haui drinnen unsere Lieblingsplatten
auf. Es war eine wunderschöne laue Sommernacht und wir tanzten
und feierten bis die Sonne aufging. Am nächsten Morgen schliefen
wir uns aber nicht aus sondern fuhren gleich zum Hauptmarkt. Der
Z-Bau war in Schwierigkeiten und sollte geschlossen werden. Das
war mit uns nicht zu machen, hatten wir doch schon legendäre
Konzerte im Z-Bau, man denke nur an unseren monatlichen Roten Pop
Salon und die 10 Jahres Feier 2004. Wir spielten beim Benefizkonzert
nachmittags auf dem Hauptmarkt, so wie viele andere Nürnberger
Bands, und der Z-Bau wurde gerettet!
Und dann kam die Hitze und die Band fuhr kreuz und quer durch Süddeutschland
und spielte auf zwei Straßenmusikfestivals an einem Tag, in
Memmigen und in Altdorf. Ein kleines Bardentreffen.
Eine
Eintages-Minitournee. Abends feierte man in der Altstadt von Altdorf
mit den Fussballfans den 3.Platz der Deutschen Mannschaft. Die hohen
Temperaturen konnten der Band nichts anhaben, denn von ihren Straßen-Tourneen
in Südosteuropa war sie viel schlimmeres gewohnt, z.B. warmes
Bier!
Am Münzinghof-Sommerfest musste die Bühne wegen unwetterartigen
Regenfällen nach drinnen verlegt werden (Danke Wetterochs für
den Tipp!). Bereits in der Nacht vor dem Konzert waren Bäume
auf einen Teil des Anwesens gestürzt und hatten das Dach beschädigt.
Man war lieber vorsichtig, zu Recht wie sich später rausstellen
sollte. Der Stimmung tat das natürlich keinen Abbruch, wer
die Feiern der Dorf Gemeinschaft Münzighof kennt, weiß
was gemeint ist. Betreuer und Betreute waren im Freudentaumel nicht
mehr zu unterscheiden. Menschen von 5 bis 75 Jahren waren glücklich
vereint und hüpften vergnügt durch die Gegend.
Am Sommerfest der Musikschule gab es genial zertanzte Füße
und ein breites Dauergrinsen auf der Seite der Besucherinnen. Einen
Kapotaster konnte man nicht auftreiben, dafür gab es Thai-Hähnchen
vom Spieß und selbst gebrannten Zwetschgenschnaps von Benj.
Dazwischen sorgte Edelfan Tobi mit seinem markanten und unverwechselbaren
Tanzstil für den nötigen Schwung in den ersten Reihen.
Er wird in Zukunft hoffentlich öfter zu sehen sein. Und zum
Schluss gab es noch ein Geburtstagsständchen für unseren
Schlagzeuger Basti...
Auf dem Tollwood-Festival in München haben wir schon letztes
Jahr gespielt. Im Andechser-Zirkuszelt sind die Besucher stets für
ein Tänzchen zu haben. Auch an einem Montagabend kann man nämlich
feiern bis die Schwarte kracht. Das habt ihr uns bewiesen. Ein wirklich
tolles, wenn auch schweißtreibendes Konzert. Der Ventilator
vorm Waschbrett lief auf Stufe 3. Trotzdem wurde jeder verfügbare
Stofffetzen durchnässt. Ihr wolltet immer mehr. Wir wollten
immer mehr. Wir durften aber nicht länger als 22 Uhr, dann
musste Mischer Jens leider die Regler runter drehen. Wir kommen
wieder und dann schaffen wir euch!
Leider regnete es beim Schwabacher Bürgerfest am Freitag so
sehr, dass wir zunächst den Zellerhof gar nicht finden konnten.
Es gab aber zum Glück ein Bierzelt und das platzte irgendwann
fast aus allen Nähten, weil sich so viele Menschen rein drängten.
Auch wenn der größte Teil der Schwabacher die Musik lieber
im Sitzen bei ein paar Maß Bier genoss, wurde geschunkelt
und gefeiert. Bald hatten alle den Regen vergessen, nur Armario
weinte, weil er seinen Schlüssel verloren hatte...
Am nächsten Tag wurde erstmal der Schlüssel gesucht und
gefunden. Dann ging es gleich weiter nach Herrenberg bei Stuttgart.
Das Umsonst und Draußen 48er Festival hatte uns eingeladen.
In 48 Stunden spielen da 48 Bands jeweils 48 Songs bestehend aus
48 Takten. Oder so ähnlich... Die Geschwindigkeit beträgt
einheitlich 48 bpm, weswegen hauptsächlich Reggaebands in Frage
kommen.
Auch wenn die Besucherzahlen tagsüber noch etwas mau ausfielen
hatten wir jede Menge Spaß und brachten die letzten 15 übrig
gebliebenen Dorfpunks zum Springen. Es gab sogar eine Matschpfütze
vor der Bühne, man hatte wirklich auch an die kleinen Details
gedacht, die ein gutes Festival ausmachen. Für die Optik wurden
extra ein paar Alt-68er aus dem Stuttgarter Zoo eingeflogen. Am
Horizont standen Headbanger, die wie Windmühlen ihre Haare
im Kreis schwangen. Nach dem Auftritt tauschten wir die Seiten und
erlebten den Rest des Abends das Festival als Besucher. Super Stimmung,
gute Musik, Stroh so viel man wollte und alles umsonst: Ein Lob
an die ehrenamtlichen Veranstalter!
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