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Aus dem tagebuch von Mr. Boule - 11/2011  

la-boum_bandEndlich! La-Boum im Kino!
Sensation, Unglaublich!


Nach 17 Jahren harter Bühnenpräsenz hat es La-Boum endlich ins Kino geschafft. Und das auch noch im fränkischen Pop-Mekka Hersbruck…aber wie kam das?

In Hersbruck gab es früher, wie in so vielen anderen Kleinstädten auch, ein Kino, das irgendwann mit den großen Kinopalästen nicht mehr mithalten konnte und schließen musste. Nur wollten es hier ein paar engagierte Bürger nicht hinnehmen, dass Kultur aus ihrem Städtchen verschwindet und gründeten einen Verein zum Unterhalt des alten Kinos. Und es gelang ihnen bis heute mit einer Mischung aus Musik, Theater, Kabarett und natürlich Kino dieses cineastische Kleinod zu erhalten. Und das auch noch mit großem Erfolg. Mittlerweile spielte vor der Leinwand schon fast alles, was in der fränkischen Musikszene Rang und Namen hat. Bands wie Wuppinger & L'Orchestre Europa, The Great Bertholinis, Smokestack Lightnin' und Nürnberger Musikerlegenden wie Rudi Madsius & Klaus Brandl, Mitch Sauer und Stefan Grasse.

Nach dem jahrelang die Gruppen der einst gefeierten „Hersbrucker Schule“ (Zündfunk, B2), wie die Musik von The Robocop Kraus, The Audience, Yucca, etc. einst genannt wurde, in die großen Städte Süddeutschlands zogen, schlagen die nun zurück und kommen ihrerseits in die drittgrößte Stadt des Landkreises Nürnberger Land, und zwar ins Kick. Samstags geht’s da ab wie früher wohl nur bei Elvis-Filmen oder der Premiere von „A hard days night“. Also sagten auch wir nicht nein, als uns Vereinsvorstand Peter einlud, um im Kick zu spielen, und fuhren an einem dunklen Novemberabend mit Instrumenten und Waschbrett nach Hersbruck. Wir konnten ihn zum Glück überreden, einen Teil der Bestuhlung zu entfernen, so konnte größerer Schaden am Mobiliar abgewendet werden.

Und nach dem wir unsere Instrumente aufgebaut hatten, gingen wir erst mal in ein Herbrucker Wirtshaus, um uns angemessen für unseren Auftritt zu stärken. Die bestellten Mahlzeiten standen noch nicht auf dem Tisch, da bekamen wir schon einen Anruf von Peter. Völlig aufgeregt sagte er am Telefon: „ Wo steckt ihr? Die Bude ist schon voller Leute die euch sehen wollen! Die werden langsam unruhig…“. Wir vertrösteten ihn und versprachen ihm, uns zu beeilen. Sofort nach dem die reichlichen und in viel Fett gebratenen Speißen auf dem Tisch standen, schlangen wir sie in Rekordtempo in uns hinein, um schnell wieder im Kick zu sein. Besonders schwer hatte es hier Bassmannn Haui, der einen kapitalen Karpfen auf seinem Teller liegen hatte, der wohl bei jedem Preisfischen den ersten Platz gewonnen hätte. la-boum_bandTrotzdem, der wackere Bassist zerlegte und verspeißte ihn fachgerecht und ohne sich dabei zu verschlucken. Nachdem auch die anderen Musiker ihre XXL-Schnitzel mit drei Seilda runtergespült hatten, rannten wir sofort durch die Hersbrucker Altstadt zum Kick zurück, direkt auf die Bühne und fingen an zu spielen. Schon nach den ersten Takten merkten wir unsere vollen Mägen. Sie zogen uns runter wie nasse Säcke. Wir fühlten uns zunächst träge und schlapp und wären am liebsten ins Bett gegangen, aber dann fing das Publikum schon beim ersten Lied so dermaßen zu feiern an, dass alles Völlegefühl vergessen war und wir spielten uns wieder fit. Es wurden am Ende zwei Sets und zwei Zugaben. Das Kick war sehr gut besucht und obwohl einige Tische umfielen und Gläser zu Bruch gingen, waren wieder mal alle glücklich, zufrieden und satt!

Danke lieber KiCK e.V für die Einladung.