la-boum_logo     start | infos | audio | video | shop | galerie | klatsch | kontakt | | | english
 
Aus dem tagebuch von Mr. Boule - 11/2011  

la-boum_bandAuf dem College Ball...
In Augsburg spielten wir auf einem College Ball. Das war sehr lustig, in einem 70er-Jahre Beton Schulkomplex mit vielen Gängen und Toiletten aus Beton und vielen Zimmern, in denen Musik gespielt oder gehört wurde. Und einer großen Betonaula, in der Bands spielten, so auch auch wir.

Es war alles sehr hallig, schon beim Soundcheck merkten wir, dass die akustischen Instrumente schon Rückkopplungen erzeugten - obwohl man sie noch nicht mal berührte - weil die Anlage so laut eingestellt war. Ein Klassenzimmer mit (wer hätte das gedacht?) Beton-Wandverkleidung, war der Backstage-Bereich. Da trafen sich die Bands. Es waren verschiedene Bands. Einige waren eher schüchtern, andere lebhaft und voller Tatendrang. Auf dem Ball waren auch verschiedene Jugendkulturen anzutreffen, die es wohl auf jeder größeren Schule gibt. Unter anderem Hip-Hopper, Punks, Metaller und Dreadlocks. Jeder fand seinen Raum zum feiern.

Wir sollten als vorletzte Band spielen, um 23 Uhr, und hatten Hunger. Es gab aber nix außer Beton und Bier, also versuchten wir uns mit Bier, dem flüssigen Brot der Straßenmusiker, zu nähren, aber davon bekamen wir nur noch mehr Hunger. Schließlich brachte man uns eine Pizza, die sehr gut belegt war. Sie erinnerte uns an ein Zentrifuge: Die Dinge wurden teilweise sehr komisch, wir hatten Spaß und lauschten abwechselnd hervorragenden Metalbands (120db) und Jazzbands (20db). Alles verzögerte sich und es wurde immer später. Schließlich standen wir um 00:30 Uhr auf der Bühne und starteten mit der Polka. Die ganze Bühne war von Kabeln, Netzteilen und Boss-Effektgeräten der anderen Bands bedeckt.

Eine gewaltige Soundwand, von uns selber erzeugt, stand uns gegenüber. Noch nie waren wir so laut! Aber dann geschah es: es tanzten sämtliche Jugendsubkulturen miteinander, Lehrer mit Schüler, Hausmeister mit Hausmeisterin und Normalos. Wir schrien und spielten hinein in diesen Sound und obwohl es ab und zu quietschte und krachte, Saiten und Stimmbänder rissen, hatten alle ihren Spaß. Nachdem Konzert packten wir die Sachen in den Bus und wollten gleich heimfahren, denn es war schon 2:30 Uhr. Insgeheim bereuten wir die Entscheidung, nicht in einem Traum aus grünem Beton und Glas zu übernachten, doch waren wir alle froh, in naher Zukunft an feste Nahrung zu kommen. Im letzten Moment hängte sich dann die Schiebetür vom Bandbus aus und hing herunter wie eine Klappe. Alle Reparaturversuche scheiterten, also fuhren wir mit offen hängender Klappe nach Nürnberg zurück. Es war schön luftig und wir konnten den schwarzen Asphalt sehen, der im Mondschein funkelte. Und wir summten leise vor uns hin: Mr.Sandman bring me you dream…..