Auf
dem College Ball...
In Augsburg spielten wir auf einem College Ball. Das war sehr
lustig, in einem 70er-Jahre Beton Schulkomplex mit vielen
Gängen und Toiletten aus Beton und vielen Zimmern, in
denen Musik gespielt oder gehört wurde. Und einer großen
Betonaula, in der Bands spielten, so auch auch wir.
Es war alles sehr hallig, schon beim Soundcheck merkten wir,
dass die akustischen Instrumente schon Rückkopplungen
erzeugten - obwohl man sie noch nicht mal berührte -
weil die Anlage so laut eingestellt war. Ein Klassenzimmer
mit (wer hätte das gedacht?) Beton-Wandverkleidung, war
der Backstage-Bereich. Da trafen sich die Bands. Es waren
verschiedene Bands. Einige waren eher schüchtern, andere
lebhaft und voller Tatendrang. Auf dem Ball waren auch verschiedene
Jugendkulturen anzutreffen, die es wohl auf jeder größeren
Schule gibt. Unter anderem Hip-Hopper, Punks, Metaller und
Dreadlocks. Jeder fand seinen Raum zum feiern.
Wir sollten als vorletzte Band spielen, um 23 Uhr, und hatten
Hunger. Es gab aber nix außer Beton und Bier, also versuchten
wir uns mit Bier, dem flüssigen Brot der Straßenmusiker,
zu nähren, aber davon bekamen wir nur noch mehr Hunger.
Schließlich brachte man uns eine Pizza, die sehr gut
belegt war. Sie erinnerte uns an ein Zentrifuge: Die Dinge
wurden teilweise sehr komisch, wir hatten Spaß und lauschten
abwechselnd hervorragenden Metalbands (120db) und Jazzbands
(20db). Alles verzögerte sich und es wurde immer später.
Schließlich standen wir um 00:30 Uhr auf der Bühne
und starteten mit der Polka. Die ganze Bühne war von
Kabeln, Netzteilen und Boss-Effektgeräten der anderen
Bands bedeckt.
Eine gewaltige Soundwand, von uns selber erzeugt, stand uns
gegenüber. Noch nie waren wir so laut! Aber dann geschah
es: es tanzten sämtliche Jugendsubkulturen miteinander,
Lehrer mit Schüler, Hausmeister mit Hausmeisterin und
Normalos. Wir schrien und spielten hinein in diesen Sound
und obwohl es ab und zu quietschte und krachte, Saiten und
Stimmbänder rissen, hatten alle ihren Spaß. Nachdem
Konzert packten wir die Sachen in den Bus und wollten gleich
heimfahren, denn es war schon 2:30 Uhr. Insgeheim bereuten
wir die Entscheidung, nicht in einem Traum aus grünem
Beton und Glas zu übernachten, doch waren wir alle froh,
in naher Zukunft an feste Nahrung zu kommen. Im letzten Moment
hängte sich dann die Schiebetür vom Bandbus aus
und hing herunter wie eine Klappe. Alle Reparaturversuche
scheiterten, also fuhren wir mit offen hängender Klappe
nach Nürnberg zurück. Es war schön luftig und
wir konnten den schwarzen Asphalt sehen, der im Mondschein
funkelte. Und wir summten leise vor uns hin: Mr.Sandman bring
me you dream…..
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